Header_Regnitzbote

Musiker, und nicht nur die, haben die Schnauze voll!

Wie viel Verzweiflung muss herrschen, um sich in Erlangens „Klimperkasten“ per Live-Schaltung bei Facebook zu verdingen, damit denjenigen, die dann der kredenzten Musik zuhören, einige Euronen abzubetteln sind (unter Angabe einer Kontoverbindung).


Wie viel Wut muss herrschen, wenn im März 2020 einer (von abertausenden) bei „Vater Staat“ einen Darlehensantrag über € 5.000,00 einreicht (weil man keine Auftritte mehr wahrnehmen darf), um schlicht zu überleben . . . den Antrag zwar bewilligt bekommt, aber mit der Auflage, diesen binnen dreier Monate zu tilgen.



Das Amt für Grundsicherung arbeitet

seitdem überall auf Hochtouren. 


Schockiert erleben Angehörige und Kollegen die Nachricht, dass sich zwei ihrer Zunft aus ökonomischer Verzweiflung und Scham ob ihrer aussichtslosen Lage das Leben genommen haben.


Wenn wir auch noch Künstler anderer Genres dazu nehmen (also Maler, Schauspieler, Akrobaten, Schriftsteller, Freelancer, Veranstaltungstechniker, Roadies, Gastro-und Messe-Personal etc.), erahnen wir den staatlichen Mangel an Fürsorge für unsere Landsleute, die nun eben nicht in der glücklichen Position sind, anderweitig Geld verdienen zu können.

Bundes- und Landesregierung kümmern sich objektiv einen Dreck um die Betroffenen – man lese nur in den sozialen Medien die authentischen Beiträge. Dann versteht man sehr schnell, dass die meisten Musiker die Schnauze voll haben. Und dabei sind noch überhaupt nicht die Veranstalter selbst (z.B. Veranstaltung-Service Bamberg, Gastronomen mit Biergärten, Bürger- und Schützen-Vereine sowie zig Landkreis-Gemeinden mit ihren Kerwas, das E.T.A-Hoffmann-Theater, das TiG und andere kleine Bühnen, Straßen-Musiker oder letztendlich auch Stadtmarketing Bamberg mit seinen äußerst beliebten Festivitäten) genannt . . . Letztendlich liegt die ganze „Kultur“ darnieder.


Die Kollateralschäden der Lockdowns gehen in die Milliarden – zu Lasten natürlich derjenigen, die (sofern sie dazu überhaupt noch in der Lage sind) brav ihre Steuern entrichten.



Politischer Widerstand, Solidarität mit den Betroffenen


- hier könn(t)en wir ein Zeichen des Anstands setzen. Auch über die sog. Parteigrenzen hinweg!


(Der Verfasser dieses Beitrages ist selbst Musiker, der in engstem Kontakt mit der Branche steht – und der (zu seinem Glück), nicht von der Muse leben muss).

Impressum                  Datenschutz

© Regnitzbote